Der 09. Februar, der Tag des Zugunglücks zwischen den Bahnhaltestellen Kolbermoor und Bad Aibling stellt einen der traurigsten Tage in unserer Stadtgeschichte dar. Zwölf Menschenleben und mehr als 80 zum Teil Schwerverletzte waren zu beklagen. Wegen der Faschingsferien waren Gott sei Dank weniger

Fahrgäste im Morgenzug. Nicht auszudenken, wenn Schülerinnen und Schüler das Ausmaß der Katastrophe noch ausgeweitet hätten. Ein großartiges Zusammenspiel von ca. 800 haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräften folgte. Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, insbesondere nochmals unseren Feuwerwehrlern von Kolbermoor und Pullach. Wir wünschen allen Betroffenen weiterhin viel Kraft.

 Von diesem Thema die Kurve in die alltäglichen Themen unserer Stadt zu bekommen ist schwierig. Dennoch möchte ich ein paar Punkte aus unserem Gremium nennen.

 Nach Jahrzehnten schaffte es der Staat den Kommunen ab 2016 ein vernünftiges Förderprogramm an die Hand zu geben, das die Städte und Gemeinden endlich wieder zum kommunalen Wohnungsbau ermutigt. Auch unsere Stadt hat den Ball aufgegriffen und schafft mitten im Zentrum am Rathaus entsprechende Wohnungen. Mit der Sanierung bestehender Wohnungen erfüllte Kolbermoor bereits in der Vergangenheit seine Aufgaben vorbildlich.

 Etwas bedauerlich erschien mir die Diskussion um die Schaffung von kleinteiligen Gewerbeflächen in der Aiblinger Au. Hier wurde im Vorfeld - mit Ausnahme der „Grünen Liste“ - in zwei vorberatenden Sitzungen eine übergreifende Zustimmung zu einer Bürgerbeteiligung durch einen möglichen Aufstellungsbeschluss signalisiert. Anschließend führte eine sehr populistische Diskussion im Vorfeld zur Verwerfung eines Aufstellungsbeschlusses. Bleibt zu hoffen, dass künftige Abwägungen wieder sachlicher erfolgen.

 Ein Antrag zu einem freiwilligen Zuschuss der Stadt Kolbermoor von  15.000 € zur historischen Orgelrestaurierung in Höhe von ca. 480.000 € führte zu einer geschichtsträchtigen Diskussion hinsichtlich staatlicher Ersatzzahlungen für Verluste aus der Säkularisation. Dennoch konnte mehrheitlich ein kulturgeschichtlicher Sinn in der Erhaltung gesehen und damit der Zuschuss gegeben werden. In der Relation zum Erhalt anderer geschichtsträchtiger Bauten, wie z. B. Bahnhof, der jetzige Bürgertreff, die Sanierung der Sechs Häuser u. a. erscheint die Zuwendung wohl als Kleinbetrag, obwohl wir selbstverständlich auf jeden Euro des Steuerzahlers zu achten haben.

Dennoch ist es sehr gut, dass wir uns durch unterschiedliche Meinungen frei äußern können, was nicht in jedem Land möglich ist. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass der größte Teil unserer Entscheidungen einstimmig erfolgte.   

Unser Klimaschutzmanager, Herr Korndörfer, startete im Juli 2016 die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele unserer Stadt hinsichtlich unseres örtlichen Klimaschutzkonzeptes. Erfolgreich startete er Projekte, wie z. B. Thermografie-Spaziergang, Mitwirkung beim Klimabündnis e.V. oder er sensibilisierte die Bürger durch Energieberatung für unsere Stadt. Wir wünschen ihm weiterhin Elan und Ehrgeiz, sich für unsere Ziele einzusetzen.

 Vor zwei Tagen konnten wir das Bauprojekt des Landkreises Rosenheim „Brücke“ an der Brückenstraße einweihen. Nichts hat wohl heuer bei der Kolbermoorer Bevölkerung zu so heißen Debatten geführt als die Baumaßnahme über die Mangfall. Die Verkehrsgestaltung war nicht unproblematisch: Einige Firmen und Einzelhändler hatten erhebliche Geschäftseinbußen, unser Projekt Stadtbus war davon ebenfalls betroffen. Wir sind froh, dass diesbezüglich wieder Normalität in den Kolbermoorer Alltag kommt.

 Das war nur ein kleiner Ausschnitt unserer Themen und zeigt, dass letztlich nur durch gemeinsames Handeln eine Entwicklung in unserer Stadt funktionieren kann. Kommunalpolitik wird von Menschen, die hier Leben beeinflusst und nicht von Parteiprogrammen bestimmt. Ich danke daher allen Kolleginnen und Kollegen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 Ehe ich zum Schluss komme, danke ich im Namen der Parteifreien allen ehrenamtlichen Helfern in den Vereinen für ihre Arbeit. Sie tragen durch ihr vielfältiges Wirken zu einem lebens- und liebenswerten Kolbermoor bei. Wie üblich werden wir die Sitzungsgelder aus dieser Jahresabschlusssitzung einer sozialen Einrichtung zur Verfügung stellen.

Im Namen der Parteifreien Wählervereinigung Kolbermoor bedanke ich mich für die offene und gute Unterstützung der Verwaltung. Frau Ring, die uns sehr versiert durch die Bauleitungen führte und unseren Stadtkämmer, Herrn Roith, der uns die Zahlen professionell aufbereitete, wünschen wir alles Gute für ihren Ruhestand.

Bedanken darf ich mich auch für die vertrauensvolle Arbeit mit dem 1. Bürgermeister, Herrn Peter Kloo und der 3. Bürgermeisterin, Frau Damar Levin-Feltz. Ebenso danke ich der Inklusionsbeauftragten Vroni Gmeiner, der Jugendbeauftragten Anna-Lena Rosner und dem Seniorenbeauftragten Dr. Berthold Suldinger für deren Engagement in ihren Fachbereichen.

 Ich wünsche Ihnen, liebe Stadtratskolleginnen und -kollegen und allen Kolbermoorern ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr! (Fraktionssprecher - Dieter Kannengießer)