Neben einer positiven Wahlnachlese standen bei der Jahresversammlung der Parteifreien Kolbermoor im Gasthaus "Brückenwirt" eine Satzungsänderung und eine Vorausschau auf das 40-jährige Bestehen der Gruppierung, das im August groß gefeiert werden soll, auf dem Programm. souverän führte Gerhard Schlarb durch seine erste offizielle Jahresversammlung als Vorsitzender der Parteifreien. 

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Gerhard Schlarb (links im Bild), Vorsitzender der Parteifreien, gratulierte seinem Stellvertreter Dieter Kannengießer, der künftig als Kolbermoors Zweiter Bürgermeister aktiv sein wird. Foto lindl

Kolbermoor - Über drei neue Mitglieder können sich die Parteifreien Kolbermoor seit der Kommunalwahl freuen, wie Gerhard Schlarb in der gut besuchten Versammlung bekannt gab. Stolz zeigte sich der Vorsitzende auch darüber, dass sein Stellvertreter, Dieter Kannengießer, jüngst zum stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Kolbermoor bestimmt wurde (wir berichteten).

Damit konnte Schlarb gleich galant auf seine Wahlnachlese überleiten, denn auch dabei sei Kannengießer "ein echter Spitzenkandidat gewesen". Er habe mit 3700 Stimmen die höchste Stimmenzahl in Kolbermoor als Stadtratskandidat verbuchen können. "Was kann es Besseres geben, als einen Bürgermeister mit über 25-jähriger Erfahrung in der kommunalen Verwaltung und einem so starken Zuspruch aus der Bevölkerung?", fragte Schlarb in die Runde.

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Insgesamt bezeichnete der Vorsitzende das Wahlergebnis für die Parteifreien als "hervorragend". Obwohl die Gruppierung keinen Bürgermeister-Kandidaten gestellt habe, sei eine Steigerung um 17 Prozent gegenüber der Wahl vor sechs Jahren erzielt worden.

Erfreulich sei die Beteiligung der Mitglieder bei den Wahlveranstaltungen der Parteifreien gewesen. Bewusst habe man bei dem "Plakatierwahnsinn" nicht mitgemacht. Von dem dabei eingesparten Geld wolle man nun schon bald Parkbänke für Kolbermoorer Bürger errichten. In den nächsten Tagen stünden hierzu Gespräche mit dem Bauhof an.

Glückwünsche hatte Schlarb auch für den Schriftführer der Parteifreien, Stefan Reischl, parat. Er wird künftig als neuer Stadtrat an der Stadtentwicklung mitwirken. Nicht mehr im Stadtrat ist dagegen der langjährige Vorsitzende, Alfred Thunig, der sich aus beruflichen Gründen zurückgezogen habe. Günter Schirmer sei mit 1300 Stimmen zwar nicht im Gremium, aber erster Nachrücker.

Was ihnen am Herzen liegt und welche Ziele sie bei ihrer Stadtratsarbeit verfolgen, skizzierten in kurzen Zügen die Stadträte der Parteifreien, Stefan Reischl, Josef Hartinger, Kerim Bacak und Dieter Kannengießer. Dabei stellte Hartinger heraus, wie wichtig ihm im Gremium das parteifreie Ringen nach den besten Lösungen sowie ein "vernünftiges Miteinander nach bestem Wissen und Gewissen" sind.

Diesen Worten schloss sich auch Bacak an und plädierte für die "Sacharbeit der Parteifreien". Kolbermoor stehe im Moment gut da. "Und wir wollen dazu beitragen, dass das auch so bleibt", betonte Bacak, der noch vor der Wahl die CSU verlassen hatte und zu den Parteifreien gewechselt war (wir berichteten).

Dass dem Stadtrat auch in den kommenden Jahren die Arbeit nicht ausgeht, verdeutlichte Kannengießer anhand von Beispielen wie etwa die Weiterentwicklung des Glasberges, des Conradty-Geländes oder die Nachverdichtung in Wohngebieten. Dabei müsse auch die Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen berücksichtigt werden. "Um die Entwicklung der Stadt weiter vorantreiben zu können, brauchen wir euren Input und den der Bürger, die in Kolbermoor wohnen", meinte Kannengießer.

Der demografische Wandel stelle die Verantwortlichen vor neue Herausforderungen. "Wir können keine Einkaufsläden in der Innenstadt eröffnen, sondern nur die Rahmenbedingungen hierfür schaffen", erläuterte der stellvertretende Bürgermeister. Seiner Meinung nach seien im Stadtrat nicht immer "populistische Anträge" nötig. Vielmehr sollte man verstärkt miteinander sprechen.

Einstimmig billigten die Mitglieder anschließend eine Satzungsänderung. Wie Schlarb erklärte, ist dem Registriergericht im Zuge der Namensänderung der Gruppierung (wir berichteten) aufgefallen, dass in der Satzung aus dem Jahre 1974 einige Formulierungen modernisiert werden müssen. Problemlos einigten sich die Anwesenden auf die Details.

Einen ausgeglichenen Kassenstand präsentierte Kassier Peter Weiß, wobei Revisor Nik Kannengießer keinen Grund zur Beanstandung hatte.

In seinem Bericht hob Schriftführer Stefan Reischl lobend hervor, dass, im Gegensatz zu anderen Parteien, die Nominierungsversammlung der Parteifreien äußerst "harmonisch und ohne Streitigkeiten" verlaufen sei.

Abschließend erinnerte Schlarb an das 40-jährige Bestehen, dessen Feier für die Parteifreien heuer ansteht. Die eben veränderte erste Satzung sei am 29. April 1974 geschrieben worden. Gefeiert wird am 14. August in Schlarbhofen mit möglichst vielen Gründungsmitgliedern.